Stadtgespräch: Zivilschutz in Zeiten von Krieg, Terror und multiplen geopolitischen Herausforderungen

Am Dienstag, den 19. Mai, stand unser Stadtgespräch ganz im Zeichen des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes. Mit Herrn Martin Zeidler durften wir einen hochkompetenten Referenten begrüßen, der mit einem mitreißenden und zugleich sehr verständlichen Vortrag eindrucksvoll verdeutlichte, welchen Herausforderungen unsere Gesellschaft heute gegenübersteht – und wie wichtig Vorsorge und Resilienz geworden sind.

In seinem Vortrag erläuterte Herr Zeidler anschaulich, was Krisen und Katastrophen eigentlich bedeuten und warum sich die sicherheitspolitische Lage in Europa grundlegend verändert hat. Seit Februar 2022 erleben wir Krieg in Europa als neue Realität. Diese Entwicklung betrifft auch Deutschland unmittelbar – nicht nur militärisch, sondern insbesondere auch auf ziviler Ebene. Verteidigung ist heute weit mehr als eine Aufgabe der Bundeswehr: Sie betrifft Staat, Kommunen, Unternehmen und jeden einzelnen Bürger.

Dabei machte Herr Zeidler deutlich, wie vielfältig moderne Bedrohungslagen inzwischen sind. Katastrophen entstehen nicht nur durch Naturereignisse, sondern ebenso durch Terrorismus, Cyberangriffe, hybride Kriegsführung, Pandemien, Wirtschaftskrisen, den Klimawandel, Flüchtlingsbewegungen oder Versorgungsausfälle wie großflächige Stromausfälle. Besonders eindrücklich war seine Botschaft, dass Krisen selten isoliert auftreten. Krieg kann beispielsweise gleichzeitig Flüchtlingskrisen, wirtschaftliche Probleme, Versorgungsengpässe und sicherheitspolitische Sonderlagen auslösen. Eine Krise kommt selten allein.

Ebenso verständlich erklärte Herr Zeidler die komplexen Zuständigkeiten im Bevölkerungsschutz in Deutschland. Während der Bund vor allem für den Zivilschutz sowie die Unterstützung im Verteidigungsfall verantwortlich ist, tragen die Länder, Landkreise und kreisfreien Städte die Verantwortung für Großschadens- und Katastrophenlagen. Auf kommunaler Ebene stehen insbesondere die örtliche Gefahrenabwehr, der Rettungsdienst sowie der Brandschutz im Mittelpunkt. Gerade diese klare Einordnung half vielen Anwesenden, die oftmals komplizierten Strukturen besser zu verstehen.

Ein besonderer Schwerpunkt des Abends lag auf dem Thema Prävention.

Herr Zeidler brachte es dabei auf einen zentralen Satz: „Prävention statt Reaktion.“ Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft müssten sich stärker der bestehenden Risiken bewusstwerden. Ziel sei es, den Normalbetrieb auch in Krisensituationen möglichst lange aufrechtzuerhalten – so wie wir es aktuell in der Ukraine beobachten können.

Dabei geht es auch um die Widerstandsfähigkeit unserer Infrastruktur und um konkrete Vorsorgemaßnahmen: Sind Schutzräume bekannt? Sind verteidigungsrelevante Einrichtungen identifiziert? Sind Unternehmen und Organisationen ausreichend vorbereitet? Vorbereitung und aktives Handeln seien entscheidend – nicht die Hoffnung, im Ernstfall ausschließlich auf Hilfe von außen vertrauen zu können.

Besonders eindringlich richtete sich Herr Zeidler auch an die Bürgerinnen und Bürger selbst. Katastrophen gehörten leider zum Leben dazu und ließen sich nicht immer verhindern. Deshalb sei die Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung ein zentraler Bestandteil einer resilienten Gesellschaft. Jeder Einzelne sollte darauf vorbereitet sein, im Krisenfall mindestens 72 Stunden autark überstehen zu können – insbesondere mit ausreichend Wasser, Lebensmitteln, Energie und wichtigen persönlichen Vorräten. Denn bis umfassende Hilfsmaßnahmen anlaufen können, vergehen im Ernstfall oftmals bis zu drei Tage.

Das Stadtgespräch war ein außerordentlich informativer und aufrüttelnder Abend, der viele wichtige Zusammenhänge verständlich gemacht hat. Herr Zeidler gelang es, das komplexe Thema Katastrophenschutz greifbar zu erklären – von den Zuständigkeiten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene bis hin zu den konkreten Handlungsmöglichkeiten jedes einzelnen Bürgers.

Herzlichen Dank an Martin Zeidler für diesen beeindruckenden Vortrag und die wertvollen Impulse für mehr Vorsorge, Verantwortung und gesellschaftliche Resilienz.

Ihre CDU-Meerbusch